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Advent, Advent, ein Lichtlein brennt- Weihnachten in Russland

17. Dezember 2009, von Andrea Lingthaler · Keine Kommentare

Normalerweise haben wir in Russland nicht so eine lange feierliche Vorweihnachtszeit. Und selbstverständlich haben wir in dem Sinne keine Adventstradition.
Aber vielleicht hatte ich Glück, weil es seit meinen Kinderjahren für mich 2 Weihnachten gibt: den 24. Dezember und den 7. Januar. Warum das? Ich wurde im neuen Russland geboren und erzogen, wo es alle möglichen Ideen und Neuheiten gab. Zuerst war ich im Waldorfkindergarten bei meiner Mutti, die diesen gegründet und geleitet hatte. Damals haben wir kleine Theaterstücke über Maria und ihr Kind gespielt. Ich bekam jeden Sonntag Geschenke in meine Hausschuhe gelegt. Einen Adventskranz mit 4 Kerzen hatten wir zu Hause ebenfalls.
Meine Eltern sind religiös, aber nicht katholisch, ich persönlich bin es nicht. Aber für mich war es wirklich immer eine Zeit, in der man auf ein Wunder gewartet hat. Das ist eine Zeit des Wintergefühls, aber trotzdem eine gemütliche Zeit. Oft bin ich während der Ferien auf das Land gefahren, wo wir unser altes Haus haben. Dort wurde alles für Weihnachten dekoriert und oft Glühwein getrunken. Noch in der Schule haben wir vor Weihnachten ein Spiel gespielt: Es wurde ausgelost und jeder zog den Namen eines anderen. Dann sollte jeder heimlich für sein „Los“ ein kleines Geschenk kaufen und es ihm jede Woche zukommen lassen. Am Ende hatte jeder 4 schöne Überraschungen. Außerdem gab es bei uns die Tradition, sich am 24. Dezember bei seiner Deutschlehrerin zu treffen, dort wurde dann gemeinsam gesungen und gespielt (Flöte, Geige, Klavier).

Aljona Serkowa

Tags: Dies und das · Tellerrand