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Abwrackprämie, Weltklimagipfel, Studium Bolognese: Wort des Jahres 2009

22. Dezember 2009, von admin · 2 Kommentare

Jahr für Jahr wählt die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) das “Wort des Jahres”. 2009 hat die “Abwrackprämie” das Rennen gemacht, gefolgt von “kriegsähnlichen Zuständen” und “Schweinegrippe”.

Die Plätze Vier bis Zehn gehen an:

  1. Bad Bank
  2. Weltklimagipfel
  3. Deutschland ist Europameisterin
  4. twittern
  5. Studium Bolognese
  6. Wachstumsbeschleunigungsgesetz
  7. Haste mal ‘ne Milliarde?

Das Wort des Jahres tauchte 1971 zum ersten Mal auf und wird seit 1977 jährlich von einer Jury ermittelt, die sich Hauptvorstand und wissenschaftlichen Mitarbeitern der GfdS zusammensetzt. In die Wahl werden Wörter aufgenommen, die die öffentliche Diskussion in jeweiligen Jahr besonders prägten oder anderweitig charakteristisch für das Jahr waren. Eine Liste mit den “Wörtern des Jahres” seit 1971 hat die GfdS auf ihrer Webseite veröffentlicht.

Neben dem Wort des Jahres gibt es auch das Unwort und Jugendwort des Jahres. Erstere werden seit 1994 (davor auch GfdS) von der Jury der sprachkritischen Aktion „Unwort des Jahres” an der Universität Frankfurt am Main, letztere seit 2008 vom Langenscheidt-Verlag bestimmt. Die Unwörter bezeichnen Worte, die “sachlich grob unangemessen sind und möglicherweise sogar die Menschenwürde verletzen”. Das diesjährige Unwort steht noch nicht fest, im letzten drei Jahren konnten “notleidende Banken” (2008), “Herdprämie” (2007) und “freiwillige Ausreise” (2007) den Titel für sich beanspruchen.

Die Jugendworte werden in einer Online-Abstimmung gesammelt und dann von einer Jury gewählt. Die Favoriten des Jahres 2009 sind “hartzen” (arbeitslos sein, “rumhängen”), “bam” (cool) und “Bankster” (Banker und Gangster).

Worte des Jahres gibt es auch in anderen Ländern, so wurden in den USA “Twitter”, “Obama” und “H1N1″ gekürt. Die Wörter werden hier vom Unternehmen Global Language Monitor (GLM) ermittelt, welches dafür einen Algorithmus, den “Predictive Quantities Indicator” (PQI), verwendet. Dieser durchgräbt englischsprachige Medien und berücksichtigt Häufigkeit, Reichweite des Vorkommens, Kontext der Nutzung sowie kurz- und langfristige Trends.

<via tagesschau.de, de.wikipedia.org, jugendwort.de & heise.de>

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